
Von Montag bis Mittwoch war ich in Madurai im äußersten Süden Indiens. Die sehr charmante Stadt gehört zum Bundesstaat Tamil Nadu, dessen Hauptstadt Chennai das alte Madras ist. Und hier habe ich das Indien gefunden, das ich erwartet hatte: Es ist quirlig, bunt und wuselig, aber ohne die Hektik und das Verkehrschaos von Mumbai. In der relativ kleinen Stadt - etwas mehr als eine Millionen Einwohner - wimmelt es nur so von Tempeln, von denen der bedeutendste der Minakshi-Tempel (Shri Minakshi-Sundareshvara-Tempel) ist. Leider wurde gerade bis auf eine Tempelspitze fast alles restauriert und daher verhüllt, was sehr schade ist. Denn dieser Tempel faszsiniert normalerweise durch seine farbenfrohen Detailarbeiten, die sich rings um die Spitzen herum ranken. Ihr seht sie links und in der Bildergalerie
4.Madurai. Dafür war das Innere des Tempels aber umso schöner und beeindruckender. Allerdings darf man als Nicht-Hindu nicht in die heiligsten Bereiche hinein.

Außerdem waren wir in einem ebenfalls sehr schönenTempel mitten im Gebirge. Kurios war allerdings die Neonreklame oben auf dem prächtig verzierten Dach. Und die Tatsache, dass sich mitten in der Vorhalle des Tempels Stände befinden. Das fand ich extrem schräg. Zudem hatte ich das Glück, nicht nur das Werk besichtigen zu können, sondern auch an der Einweihung eines Programms für Schulkinder teilnehmen zu dürfen. Bei diesem Event war der Minister für Schule und Bildung des Staates Tamil Nadu zugegen und es war irre, dieses Spektakel zu erleben: Wie sich die Kinder am Eingang aufreihten, der Aufmarsch des Ministers und sein prächtiger Wagen. Irre! Ich muss noch herausfinden, ob dieser Minister auch ein Ex-Filmschauspieler ist. Die meisten Politiker der Region stammen aus dem lokalen Filmgeschäft - nicht Bollywood übrigens. Tamil Nadu hat eine eigene Filmindustrie. Das und ihre eher konservativen Ansichten haben ihnen in Indien angeblich den Ruf eingebracht, schauspielernde Religionseiferer zu sein.
Heike212 - 31. Juli, 07:29