
Es war viel los in den letzten Tagen (im Job und privat), daher kommt jetzt ein Sammelbericht. Die Tage mit Birgit sind sehr schön, sie ist tagsüber in der Stadt unterwegs und abends gehen wir meist essen oder lassen uns etwas liefern. Am Mittwoch hatte ich frei wegen des Ganesh Festivals. „Prima“, dachten wir, „das sehen wir uns an“. Allerdings wussten wir nicht, dass der Akt mit den Idolen nur am Morgen stattfindet. Wir dachten, das geht den ganzen Tag. Also haben wir uns ganz umsonst in unsere Salwaar Kameez geschmissen. Aber wenigstens sahen wir klasse aus.
Am – fast menschenleeren – Chowpatty Beach sind wir trotzdem herumgeschlendert. Dann ging es weiter zum Gateway of India und von dort nach Elephanta Island. Die (sehr schöne) Schifffahrt dauert eine Stunde und man findet hier viel Grün, etwas Ruhe, die unvermeidlichen Marktstände und kleine Höhlen. Nach Ellora und Ajanta sind die sehr bescheiden, aber die Idylle auf Elephanta ist ein kleiner Urlaub von Mumbai, den ich sehr genossen habe.

Was man von unserem Wochenend-Trip nicht behaupten konnte. Wir wollten eigentlich nach Bordi, circa 4 bis fünf Stunden von Mumbai entfernt. Da fahren– was beileibe keine Selbstverständlichkeit in Indien ist – Züge hin. Aber es war unmöglich, Karten zu erhalten. Der Mann am Schalter hat uns nicht verstanden und online buchen ging aus irgendwelchen Gründen nicht. Stattdessen sind wir nach Palgahr gefahren, was in einem indischen Reiseführer empfohlen wurde. Schon der erste empfohlene Ort, wo wir einen Abstecher gemacht haben, war aber eine Katastrophe. Mickrig, dreckig und es gab nur einen ebensolchen Tempel. Na gut, kann mal passieren. Dummerweise war Palghar, wo wir eine Nacht bleiben wollten, genauso furchtbar. Die arme Birgit war reichlich entsetzt.
Also haben wir Ram, meinen Fahrer, nach Bordi geschickt, worüber er nicht gerade begeistert war. Schließlich musste er noch einmal zwei bis drei Stunden fahren, weil die doofen Deutschen nicht wissen, was sie wollen. In Bordi angekommen, teilte Ram uns mit, dass er uns am nächsten Tag nicht abholen kann. Im Hotel sprach kein Mensch englisch, daher konnte uns keiner helfen. Und als absolute Krönung war der Strand lehmig, nass und schmutzig. Das Ende vom Lied war, dass wir wieder zurück nach Bombay gefahren sind. Müde und extrem genervt von circa zehn Stunden Autofahrt.

Da Ram am nächsten Tag keine Zeit hatte, sind wir am Sonntag für knapp 80 Rupien (etwas über einen Euro) mit der Rikscha zum Juhu Beach gefahren. Der Strand ist zwar voll, aber er hat Sand. Zum Glück schluckt das Wasser aber viele Geräusche. Außerdem haben wir hier endlich gesehen, wie die Idole zum Ganesh Festival ins Wasser getragen und dort versenkt werden. Das ist irre. Vor alle, weil die ganze Stadt dabei in Feierstimmung ist. In Heerscharen eilen sie ans Meer, wobei sie singen und Weihrauch schwenken und manchmal auch tanzen. Eine Stadt im Ausnahmezustand. Irgendwie ist es eine Art indischer Karneval – selbst kleine Umzüge gab es. Die Bilder schiebe ich noch nach.
Heike212 - 7. September, 08:12