
Durch den Feiertag hatten wir in Indien ein langes Wochenende, das Karin und ich für einen Ausflug genutzt haben. Wir sind am Freitagmorgen um 5 Uhr (!) aufgebrochen nach Aurangabad, einem guten Ausgangspunkt für die Höhlen von Ellora und Ajanta. Das ist circa 400 Kilometer entfernt, allerdings dauerte die Fahrt muntere 7,5 Stunden. Kunststück, bei den Riesen-Schlaglöchern! Aber es war sehr beeindruckend, zu sehen, wie sich die Umgebung verändert und die tolle Landschaft zu genießen. Erstaunlich fand ich vor allem ein Erlebnis: Bei unserem ersten Stopp im Freien, den wir circa 200, 250 Kilometer hinter Bombay eingelegt haben, habe ich zum ersten Mal Stille wirklich gehört: kein Gehupe, keine knatternden Rikschas und keine Rufe von Straßenjungen. Es war einfach ruhig. Und das klang wie Musik.

Nachdem wir im Hotel eingecheckt und unser Zimmer für gut befunden haben, ging es zu den Höhlen in Ellora. Dort haben Mönche im 5. und 6. Jahrhundert nach Christus Höhlen für eine Tempelanlage (inkl. Schlafkabinen) aus einem Felsen herausgeschlagen und diese mit wunderschönen Fresken, Statuen und Säulen verziert. Das Highlight war aber der Tempel: In der Mitte des Komplexes haben die Mönchen einen riesigen Tempel aus dem Felsen geschlagen. Diese Details. Diese Finesse. Welch eine Arbeit dahinter stecken muss!

Am nächsten Tag fuhren wir nach Ajanta (zwei Stunden von Aurangabad entfernt), um die dortigen Höhlen anzuschauen. Diese sind erst vor ca. 200 Jahren wieder entdeckt worden. Am Anfang dachte ich: „Noch mehr Höhlen. Ob das jetzt so spannend ist.“ Aber ja, das war es. Weil die Höhlen ganz anders sind. Eigentlich sogar schöner, weil sie detailreicher gestaltet sind als die in Ellora. Und die Lage ist gigantisch! Dafür fehlte der Tempel, so dass beide Eindrücke relativ gleichwertig waren. Beim Rückweg haben wir uns noch das lokale Taj Mahal angesehen, das mich aber nicht übermäßig begeistert hatte. Vielleicht war ich aber auch nur müde.
Am Sonntag sind wir den Rückweg angetreten. Aber natürlich nicht ohne einen letzten Sightseeing-Punkt: Circa 100 Kilometer vor Mumbai liegt Lonavla, von wo aus man eigentlich einen fantastischen Ausblick auf die Landschaft gehabt hätte. Wenn nicht der Monsun gekommen wäre und mit ihm der Nebel… Auf dem obersten Punkt konnte man nichts sehen. Nur Nebel. Aber der Weg hoch war dafür spektakulär. Wir haben uns auf Serpentinen hoch zum Tiger’s Point geschraubt, vorbei an dichter grüner Landschaft, kleinen Wasserfällen und Tausenden von Ausflüglern. Da ging es teilweise zu wie auf dem Rummelplatz!
Ich werde die meisten Bilder diesmal erst später einstellen. Dummerweise hat sich mein Akku in Ajanta verabschiedet, daher muss ich auf Karins Bilder warten. Die hat dafür aber die bessere Kamera. Ich bin also sicher, dass sich das Warten lohnt.
Heike212 - 17. August, 05:59