
Am Sonntag habe ich auf eigene Faust eine Tour durch Colaba und Fort unternommen – in die Ecken, die mir bei der Tour gestern aufgefallen sind. Und das waren wirklich herrliche Ecken, bei denen ich Mumbai zum ersten Mal wirklich schön und ganz außergewöhnlich fand. Hier vermischen sich die Baustile Europas und Indiens sehr charmant, wie ich finde. Schwere britische Bauten werden mit asiatischen Motiven verziert. Und es ist so viel Grün hier, das ist unglaublich. Man sieht Alleen, Palmen und andere traumhafte Pflanzen. Hier muss man hin, wenn man Mumbai besucht! Ein paar Bilder seht ihr in der Bilderalerie
Zweites Wochenende.

Angefangen habe ich meine Tour beim ehemaligen Prince of Wales Museum (heißt jetzt Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya), einem schönen Gebäude aus der Kolonialzeit. Natürlich musste ich auch zur Statue von Mahatma Gandhi. Dann habe ich mich treiben lassen an Marktständen vorbei (wo ich ein schönes Geschenk für meine Vater gefunden habe!), zum Gateway of India, dann zurück und an der Universität und dem Gerichtshof vorbei. Es war eine tolle Tour, bei der ich angefangen habe, den ganz speziellen Charme von Mumbai zu verstehen.

Mumbai teilt sich nämlich eigentlich in zwei Teile: den Norden und den Süden. Der Norden, in dem ich lebe, ist zwar schön, aber nicht außergewöhnlich. Das Leben spielt sich ab im Süden – und hier sind auch die viel schöneren Gebäude. Ich denke, hierher werde ich noch ein paar Mal kommen, Vielleicht ja auch mit Besucher, die hoffentlich zahlreich nach Indien kommen. Bald kenne ich hier die tollen Ecke. Ich beginne ja, erst sie kennen zu lernen.
P.S.: Leider auch typisch indisch sind die Probleme. Nachdem mein Internet so schön bis Freitag lief, geht seit Samstag nichts mehr. Das ist umso ärgerlicher, weil ich jetzt von allem Kontakt zur Heimat abgeschnitten bin – und das gerade am Wochenende. Mit Patrick habe ich seit Montag oder Dienstag nicht mehr gesprochen: entweder war ich unterwegs oder er – oder ich hatte Probleme mit dem Internet. Und natürlich erreicht man hier am Wochenende niemanden. Also heißt es warten und sich in Geduld fassen. Kein Wunder, dass hier alle so entspannt sind. Die sind es gewöhnt zu warten.
Heike212 - 14. Juli, 06:27