
Wenn man aus Deutschland kommt und die Geschichten vom Monsun hört, dann glaubt man, dass er hier ein Fluch sein muss. Die Straßen können binnen kürzester Zeit überflutet sein, die Gefahr von Krankheiten steigen, der Strom kann ausfallen und viele Läden haben einfach geschlossen – das ganze Leben ist nicht mehr planbar. Dass dieses Land auf den Regen angewiesen ist und ihn als Segen empfindet, wird mir jetzt erst klar, wo er so sehnsüchtig herbei gesehnt wurde. Fast einen Monat lang blieben die Monsun-Regefälle aus. In Mumbai hat es zwar zwischendurch kurz geregnet. Aber nicht genug. Und in andere Landesteilen kam gar kein Regen. Für die Bauern ist das eine Tragödie. Es gab bereits Zeremonien, mit denen der Regen herbei gefleht werden soll, Die Moslems haben sich in mehreren Städten getroffen, um barhäuptig – damit die Sonne zu spüren ist – zu einer Gottheit zu beten. Und auch die Hindus beteten für Regen.
Nun ist er endlich da. Und das dann auch, dass meine angenehme Zeit vorbei ist. Denn ich empfinde es natürlich als sehr angenehm, dem deutschen Regen zu entfliehen. Deswegen habe ich in der ersten Zeit gar nicht realisiert, wie wichtig der Monsun für dieses Land ist. Ich habe mich nur gewundert, dass so viele Inder zu mir gesagt haben: „Oh, wait for the rain. You will love it.“ Und ich dachte mir: Wieso soll ich den Regen lieben? Den kenne ich doch. Der Grund ist der, dass sie den Regen lieben. Er bedeutet Leben.
Heike212 - 26. Juli, 17:52
Das Wetter...
tja, auch hier regnet - nein, gewittert es -. Bestimmt nicht mit dem Monsun vergleichbar... Aber endlich ist es wärmer geworden, hat nun ansatzweise etwas von einem Sommer. Nun, was dies für andere Länder bedeutet, könne wir bestimmt nicht verstehen ;)
Dir weiterhin viel Spass und noch viele Eindrücke.
Gruß, Birgit
Vertrauter Regen